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15/03/2013 corps #3

 

Das Innenleben eines Hauses. Gehalten von der Wirbelsäule des Lebens. Hier im Treppenaufgang begegnen sich Menschen. Bonjour. Salam Alaikum. Laut. Schüchtern. Aufgrund meiner Hautfarbe wissen sie manchmal nicht welche Sprache sie nun bei mir anwenden sollen. Dann verschwinden sie hinter ihren Türen, die von der Wirbelsäule in einzelne Glieder abzweigen. Wenn ich ganz ruhig auf dem obersten Wirbel sitze, kann ich die Geräusche unten vor dem Haupteingang hören. Schatten bewegen sich von Jugendlichen, die dort sitzend, lautstark erzählend bis das Gebet endlich vorbei ist und wieder Leben auf die Straße zurückkehrt. Aber noch sitzt der Cousous schwer im Magen und lässt nur die bewegen, die ihn nicht gegessen haben.
Vom obersten Wirbel hört man auch unsichtbare Bewegungen. Im Kopf kommen sie immer am deutlichsten an. Klapperndes Geschirr. Ein schreiendes Baby. Eine Frau am Telefon. Der Schlüssel dreht im Schloss. Der Wind zieht die Tür schnell hinter sich zu. Fußschritte. Verhallen.

Der spiralenförmige Aufgang als Gerüst, das alle zusammen hält. Das Gerüst, dass den Körper auf den Beinen stehen lässt. Aufrecht. Die Schultern hochgezogen mit ausgetreckter Wirbelsäule wackelt das Haus nicht trotz der aushöhlenden Mitnutzer. Sie sehen das Haus nur in ihren Träumen, wie Freud sagt. Dann will sich das Seelenleben bemerkbar machen. Zeigen, wo Stellen auszubessern sind. Ein Nerv klemmt.
Um dann wieder in seiner wegweisenden Lebensspirale zu glänzen. Leichtigkeit in fließenden Formen.

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